Von Canon zu Fuji

Wer meine Seiten regelmäßig besucht, dem wird aufgefallen sein, dass ich seit meiner Englandreise im vergangenen Sommer recht wenig neue Inhalte hochgeladen habe. Meine Canon-Ausrüstung lag mehr oder weniger fast ungenutzt in der Ecke. Beim kürzlichen Städtetrip nach Brüssel hatte ich die 5D Mark IV mit dem EF 11-24mm dabei – eine große, schwere und kostspielige Kombination, die im Handgepäckkoffer mal eben ca. 40% des Platzes einnimmt und die man dann ausschließlich im Rucksack herumträgt und nur für das Foto herausholt. Kurz darauf folgte eine Wanderung, zu der ich meine Kamera mit dem 35mm II am SunSniper-Schultergurt dabei hatte. Nach einer Stunde wanderte alles in den Rucksack, da ich keine Lust mehr hatte, das zu tragen. Man hat also diese im Grunde perfekte Ausrüstung und nimmt sie nicht mehr. Was bleibt, ist ein Wechsel auf eine spiegellose Kamera. Mit so einer hatte ich eh schon sympathisiert, seit ich die M5 von Canon hatte. Auch von Canon wird ja nun in naher Zukunft eine spiegellose Kleinbild-Kamera kommen, die mit Sicherheit auch neue, kleinere Linsen mit sich bringt. Man muss allerdings auch realistisch bleiben: wenn das eine spiegellose 5D Mark IV wird, dann wird die auch ein Preisschild um die 4.000€ tragen. Den ganzen sündhaft teuren Kram verkaufen, um sich dann noch teureren Kram zuzulegen, kam von vornherein nicht in Frage. Was bleibt also noch? Sony baut gute Kleinbild-Spiegellose, die Linsen sind aber weder kleiner, leichter und ganz bestimmt auch nicht billiger als die Pendants bei Canon. MFT schied direkt aus, da mir das Sensorformat zu klein ist. Bleibt eigentlich nur noch Fuji. Ich erinnerte mich an einen Kumpel aus Schulzeiten, der schon vor einigen Jahren von der großen Canon-Ausrüstung auf Fujifilm gewechselt ist. Mit dem habe ich dann erst einmal eine knappe Stunde telefoniert und anschließend im DSLR-Forum einen Beitrag zum Wechselgedanken gepostet. Dieser zog zahlreiche größtenteils befürwortende Kommentare nach sich. Natürlich blieb auch der eine oder andere Verfechter des Kleinbild-Formats nicht aus, aber es meldeten sich auch viele Nutzer zu Wort, die genau aus den gleichen Gründen ihre große Canon-Ausrüstung verkauft und sich Fuji zugelegt haben. Nach einigem Hin und Her bin ich am nächsten Tag zum örtlichen Fachhändler gefahren und habe mir einfach mal die X-T2 sowie einige Linsen zeigen lassen. Keine 24 Stunden später stand mein gesamter Canon-Kram zum Verkauf. Die Abbildungsleistung hat mich völlig umgehauen, ein solch geringes Rauschen bei hohen ISO-Werten habe ich bei Canon’s APS-C nie erlebt. Die Linsen sind wertig, vergleichsweise klein und günstig und bilden scharf ab. Das Steuerungskonzept ist ein wenig anders – die Blende wird am Objektiv verstellt, ebenso hat es Räder für ISO, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur, anstatt dass man das im Menü einstellt. Das geht am Ende aber bequemer als bei Canon, weil man viel schneller und direkter dran ist. Es war kein Problem, sich an das neue System zu gewöhnen. Die Kamera ist insgesamt kleiner, egal mit welcher Linse ich sie bestücke, ich konnte meinen Fotorucksack gegen ein zwei Nummern kleineres Modell wechseln und auch die Versicherung wird billiger. 😉 Alles in allem bin ich froh über den Schritt und erhoffe mir mehr Motivation, mit der Kamera wieder loszuziehen.

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