Takumar 50mm 1.4 & 5D Mark III

Zu meiner Zeit mit der guten alten 500D war ich immer ein großer Freund des Canon EF 50mm 1.4, klein, lichtstark und sofern man etwas abblendet auch durchweg scharf. Nach dem Umstieg auf die 5D Mark III ist mir erst richtig deutlich aufgefallen, wie weich diese Linse aber leider bei 1.4 ist. Deutlich besser, wenn auch etwas teurer steht da schon das Sigma 50mm 1.4 da, allerdings ist das an den Canon-Vollformaten einfach überhaupt nicht zu gebrauchen, weil das Teil aus mir nicht erfindlichen Gründen irgendwohin fokussiert, nur nicht dorthin, wo es soll. Eine Neuauflage von Canon’s 50er ist ja schon länger im Gespräch und wäre nach den neuen 24, 28, 35 und 40mm auch der nächste logische Schritt. Gerüchteweise soll es auch noch einen Bildstabilisator mitbringen, mit Blende 1.4 wäre das für Low-Light-Situationen der absolute Hammer, leider kann ich da nicht so recht dran glauben. Eine 50mm 2.0 IS scheint mir da realistischer.

Man merkt also, dass mir an einer lichtstarken und scharfen 50er gelegen wäre, die Neue nur leider noch nicht in Sicht ist. Bei einer kleinen Recherche bin ich dabei auf eine interessante alte Linse gestoßen – die Pentax Asahi Takumar 50mm 1.4 SMC mit M42-Bajonett. Angeblich soll die sehr gute optische Leistungen zeigen und so als Spielerei beziehungsweise Übergangslösung bis zu einem neuen Modell von Canon habe ich mir dieses Objektiv dann bei ebay beschafft und das auch in einem für das Alter sehr guten Zustand. Zusammen mit einem M42-Adapter kann ich dieses Schmuckstück nun problemlos an eine 5D Mark III anschließen. Bei Canon’s Vollformat-Modellen gibt es allerdings ein gar nicht so kleines Problem dabei – der Linsentubus verschiebt sich im Ganzen beim Fokussieren und auf Unendlich-Stellung rückt er so weit in den Body hinein, dass der Spiegel beim Auslösen gegen das Objektiv schlägt. Das ist eher bedingt zu empfehlen.

Dieses Problem lässt sich auf verschiedene Art und Weisen lösen. Das Einfachste wäre, die Unendlich-Stellung einfach nicht zu verwenden. Man kann auch die Linse auf Nähe fokussieren, in den Live-View wechseln und dann auf Unendlich stellen. Sollte man dann aber vergessen, die Linse wieder auf nah zu fokussieren bevor man die Live-View verlässt, sieht’s übel aus, denn dann schlägt der Spiegel beim Einklappen dagegen.

Es gibt zwei mögliche Modifikationen, um die Linse ohne Hindernisse benutzen zu können. Eine Variante ist den Rahmen des Spiegels einzuschleifen. Meiner Meinung nach ist das völliger Wahnsinn, wenn man sich nur mal überlegt, auf wievielen Ebenen das schiefgehen kann. Ich habe mich daher dafür entschieden, den störenden Metallring, gegen den der Spiegel schlägt, herunterzuschleifen:

Das ist nicht ganz ungefährlich, weil man sich dort nur einen Milimeter über der hinteren Linse bewegt, ist aber mit etwas Fingerspitzengefühl und dem nötigen Werkzeug recht einfach zu bewältigen und so kann die Linse nun auch auf Unendlich problemlos benutzt werden. Damit ist das Schmuckstück einsatzbereit. Hier ein Bild mit Adapter und dem Rückelement auf Unendlich-Einstellung:

Und so sieht das gute Stück auf meiner 5D Mark III aus. Das Bild ist im Spiegel mit der Linse aufgenommen, im Live View manuell fokussiert und daneben ein 100%-Ausschnitt. Bokeh und Schärfe können sich sehen lassen.