Fotos im Internet verkaufen – ein Erfahrungsbericht

Heute melde ich mich mit einem kleinen Blogbeitrag zu einem Thema zurück, mit dem sich sicher schon viele ambitionierte Fotografen beschäftigt haben. Wie kann man seine Bilder verkaufen und welche Portale gibt es? Ich habe über die Jahre schon einiges ausprobiert und möchte meine Erfahrungen kurz zusammenfassen.

Fotolia
Meine ersten Schritte habe ich vor Jahren bei Fotolia gemacht. Damals habe ich noch versucht, spezielle Inhalte zu fotografieren, die bei Stockagenturen gut laufen könnten, und habe eine gute Anzahl an Aufnahmen auf deren Markt platziert. Jahrelang wurden nur Mini-Größen zu Centbeträgen gekauft und ich habe den Account schließlich gekündigt. Am Ende waren etwa ganze 1,50€ Einnahmen auf dem Account, die auch nicht mal ausgezahlt worden sind. 

Getty Images
Früher habe ich meine Bilder noch bei Flickr hochgeladen, welches damals eine Partnerschaft mit Getty Images, einer der weltweit größten Bildagenturen, hatte. Deren Kuratoren konnten dort Nutzer einladen, bei Getty Mitglieder zu werden und Bilder zum Verkauf anzubieten. Die meisten Aufnahmen, die man als Privatperson dort einstellt, werden als Royalty Free angeboten. Getty setzt saftige Preise an – das können für eine Voll-Lizenz schnell über 500€ pro Aufnahme sein – aber der Fotograf erhält davon recht schlanke 20%. Sicher, wenn man viel verkauft, kommt da auch einiges zusammen – aber Getty hat auch einen massiven Haken. Wer seine Aufnahmen bei Getty hochlädt, tut das ausnahmslos exklusiv – das heißt, solange die Aufnahmen dort zum Kauf zur Verfügung stehen, dürfen sie nicht auf anderen Plattformen oder privat lizensiert werden. Dieser furchtbare Knebelvertrag lässt sich nur auflösen, indem man den Account vollständig kündigt. Einzelne Aufnahmen zu entfernen ist nicht möglich. Ich habe bei Getty in 4 Jahren schätzungsweise 500€ eingenommen – zwar eine angenehme Summe, aber das Hochladen und Verschlagworten ist mit einigem Zeitaufwand verbunden und verglichen mit der brutalen Exklusivregelung war es das absolut nicht wert. Meinen Account habe ich erst kürzlich gekündigt.

Seenby
Bei Seenby können Drucke und Lizenzen erworben werden. Ich war dort nur kurz angemeldet, weil mir die Plattform vollkommen intransparent erscheint. Es ist absolut unklar, welche Aufnahmen angenommen, welche abgelehnt werden und wieso. Man erhält weder Bestätigungsmails noch Benachrichtigungen zu den Vorgängen auf Seenby. Man lädt also beispielsweise 10 Aufnahmen ins Portfolio, 3 landen im Shop und 7 verschwinden ohne Begründung komplett aus dem Portal. Nachfragen bringen nichts, ein Support ist dort quasi nicht vorhanden. Verkauft habe ich ebenso nichts. Auch diesen Account habe ich wieder gekündigt.

Artboxone
Artboxone gehört zu Pixum, einem großen deutschen Anbieter für Leinwände, Fotobücher und dergleichen. Bei Artboxone soll man sich mit einer Auswahl aus mindestens zehn Motiven und einer kurzen Selbstbeschreibung bei den drei „Artbuying-Ladies“ bewerben. Das habe ich getan und keine fünf Minuten später eine Ablehnung erhalten – meine Aufnahmen würden nicht ins Portfolio passen. Zahlreiche ähnliche Fotos sind aber in deren Portfolio zu finden. An der Stelle habe ich mich etwas ungerecht abgefertigt gefühlt, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man innerhalb von fünf Minuten die Bewerbung und die zehn angehangenen Motive überhaupt richtig gesichtet hat. Diese Erfahrung wirkte wenig professionell.

500px
Auch bei 500px hatte ich lange Zeit einen Account, den ich aber schon länger nicht mehr pflegte. Der Vorteil an 500px war damals, dass sie vergleichsweise geringe Provisionen genommen haben – 70% des Verkaufspreises gingen an den Fotografen. Wie ich erfahren habe, sind das mittlerweile nur mehr 30% – was aber immer noch mehr als bei der Konkurrenz ist. Ein großer Nachteil steht dem Ganzen allerdings gegenüber – bei 500px kann sich jeder anmelden und Fotos zum Store hinzufügen. Dadurch ist der Marktplatz völlig überladen und die Chance, dass die eigene Aufnahme überhaupt gefunden wird, sinkt drastisch. Trotzdem habe ich auch bei 500px ganze zwei Aufnahmen verkauft, was dank der geringen Provisionen damals immerhin 200€ waren. Nachdem ich bei Getty ausgestiegen bin, wollte ich 500px noch einmal eine Chance geben und habe meinen Account komplett entrümpelt. Anschließend habe ich nur die meiner Ansicht nach hochwertigsten Aufnahmen hochgeladen und zum Store hinzugefügt. Bis auf eine wurden alle im Nachhinein wieder entfernt – plötzlich würden diese nicht mehr ins Portfolio passen. Alle dieser Aufnahmen standen bei 500px vorher teilweise über Jahre zum Verkauf. Daraufhin habe ich auch dort meinen Account geschlossen.

Fazit
Wie man sieht, war meine persönliche Geschichte des Bilderverkaufs eine eher holprige. Natürlich darf man nicht außer Acht lassen, dass ich nicht die typischen Stock-Fotos verkaufe, die oft nachgefragt werden – Personen in Alltagssituationen, journalistische Motive und dergleichen. Ich habe nur die von mir ohnehin freischaffend angefertigten Aufnahmen angeboten, also bis auf den Upload keine zusätzliche Arbeit damit gehabt. Damit habe ich grob überschlagen um 700€ verdient, aber das streckte sich auch über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Verglichen am betriebenen Aufwand war es dennoch lohnenswert, ich würde aber mit einem Portfolio wie dem meinen vermutlich heute die Mühe nicht mehr investieren, da der Markt mit solchen Motiven scheinbar einfach gesättigt ist oder schlichtweg nur sehr geringe Nachfrage  danach besteht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.