Canon EF 17-40mm f/4L USM vs. EF 16-35mm f/4L IS USM

Im Mai diesen Jahres erschien mit dem EF 16-35mm f/4L IS USM eine lichtschwächere, aber mit Bildstabilisator versehene Alternative zum mittlerweile schon sieben Jahre alten EF 16-35mm f/2.8L II USM. Letzteres war bis dato die Referenz im Weitwinkel-Zoom-Bestand am EF-Bajonett, die einzige kleinbildfähige Alternative dazu war das ebenfalls betagte EF 17-40mm f/4L USM (seit 2003 in Produktion). Während beide Linsen sehr gute Abbildungsleistung im Zentrum boten und somit besonders an APS-C-Sensoren glänzten, zeigten sie doch deutliche Schwächen im Randbereich. Ich habe bis heute ein EF 17-40mm f/4L USM benutzt, mit welchem ich nach Zentrierung und Justierung auch sehr zufrieden war. Mit den schwachen Ecken musste man halt leben.

Nach Ankündigung des EF 16-35mm f/4L IS USM war natürlich die Euphorie groß – die Ecken sollen deutlich besser sein, hieß es, ein Bildstabilisator kann auch nie schaden und so habe ich beschlossen, einmal meine gute alte 17-40 gegen das neue 16-35 antreten zu lassen. Stellen wir sie mal gegeneinander.

Als erstes fällt auf – das neue 16-35 ist deutlich länger und auch schwerer. Es wirkt aber auch wertiger. Mir persönlich gefällt die neue Gegenlichtblende sehr gut, sie ist viel kompakter und bei weitem nicht so ausladend wie die Monstrosität des 17-40, die ich deswegen auch so gut wie nie benutzt habe. Interessant ist, dass beide mit aufgesetzter Geli beinahe gleich lang sind.

Dann habe ich an einem örtlichen Feldweg beide mal auf die Kamera geschnallt und ein paar Testschüsse gemacht. Um einen Überblick zu erhalten, wie groß die Unterschiede zwischen den Zoombereichen wirklich sind, folgt zunächst ein Vergleich von 17mm des 17-40 mit 16mm des 16-35:

Gar nicht mal so beeindruckend. Nach hinten raus fehlt aber dann doch schon eine Ecke. 40mm am 17-40 gegen 35mm am 16-35:

Interessant wird das Ganze jetzt, wenn man mal ein paar Lupen rangeht. Hier sehen wir einen Ausschnitt aus der linken oberen Ecke, mit dem Masten. Auf dem ersten Foto das 17-40mm, auf dem zweiten Foto das 16-35mm, beide jeweils bei 35mm:

In der Ecke des 16-35 ist der Mast deutlich klarer und schärfer gezeichnet und es sind auch wesentlich mehr Details in den dahinterliegenden Bäumen zu erkennen, während beim 17-40 dort schon alles recht schwammig zugeht.

Auch im Zentrum kann der Neuling punkten. Die erste Aufnahme zeigt wieder das 17-40, die zweite das 16-35, jeweils bei 35mm. Die Baumwipfel sind beim 16-35 sichtbar schärfer und abgegrenzter.

Abbildungstechnisch ist hier also wirklich ein Schritt nach vorn gelungen. Zum Schluss fasse ich noch kurz die Vor- und Nachteile beider Linsen zusammen:

Canon EF 17-40mm f/4L USM
+ kleiner, leichter
+ deutlich günstiger (neu ~670€, gebraucht ab etwa 420€)
+ solide Abbildungsleistung…
– … die aber gegen das 16-35 IS nicht ankommt
– klobige Gegenlichtblende

Canon EF 16-35mm f/4L IS USM
+ das beste Weitwinkelzoom am EF-Bajonett
+ Bildstabilisator
+ deutlich besser konstruierte Gegenlichtblende
+ günstiger als das alte 16-35 f/2.8L II USM…
– … aber auch nicht viel billiger (neu ~1000€)

Von mir gibt’s eine klare Kaufempfehlung für das neue 16-35.